"Die unheimlichen Fälle der Psychiatrie"

Mysteriöse Begebenheiten beflügeln seit Menschengedenken die Fantasien all derer, die sie erfahren. Manche erfahren sie als Inspiration oder Botschaft, andere verzweifeln an ihnen. Nicht selten landen diese armen Betroffenen in der Psychiatrie, von Freunden und Bekannten verspottet - von Ärzten nicht verstanden. Sie leben mit ihrem Wissen und Erlebten ohne Aussicht auf Hilfe.

 Mit dem Auftauchen dubioser Aufzeichnungen in der Rheinischen Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Bedburg im Jahre 1920 hat sich eine kleine Gruppe von Ärzten und Psychologen zusammengefunden, um solchen Fällen auf den Grund zu gehen. Obwohl keine Namen früherer Ermittler dokumentiert wurden, Haben sich sämtliche Fälle als authentisch erwiesen. So arbeitet auch das aktuelle Anstalts-Team stets geheim und nirgends in den untersuchten und abgeschlossenen Unterlagen tauchen ihre Namen auf. Die als wahr bestätigten Fälle wurden und werden zusammengefasst und unter Verschluss gehalten unter ihrer bisherigen Bezeichnung:


Eines Morgens wird eine real wirkende Sprayarbeit an einem verfallenen Haus am Rande Kleves entdeckt. Eine Woche, nachdem der Besitzer der Ruine das makabere Motiv entfernen ließ, ist es jedoch wieder da. In der Sprayer-Szene kommt Unruhe auf: war doch der ihnen bekannte Sprayer dieser Arbeit - ZN - aus dem holländischen Ottersum vor drei Tagen auf seltsame Weise bei einem Autocrash ums Leben gekommen. Spray-Nachahmungen verbieten sich in der Szene. Wieder entfernt bzw. überstrichen - erscheint das Bild in unregelmäßigen Abständen dennoch wieder - wenn auch schwächer sichtbar. Zudem finden sich dann des öfteren tote Krähen auf dem Grundstück. Hat ZN mit seinem Tun unbewusst eine "unerledigte grausame Sache" zu neuer Aktivität geweckt und letztlich dafür bezahlen müssen? Da es nach Recherchen kein früheres Verbrechen auf diesem Grundstück gegeben hat - schenkt die Presse dem Treiben dort mit keiner Zeile Beachtung - hält es für einen Fake. Sprayer meiden dieses Grundstück seitdem.

 

Mareike, die Schwester des Sprayers, glaubt nicht an einen Unfall des älteren Bruders. Sie erzählt von einer seltsamen Angst die ZN schon Tage zuvor nicht mehr hat verbergen können. Obwohl er selten mit ihr über seine Graffiti-Aktivitäten sprach, deutete er diesmal an, dass das letzte Motiv und das zu besprühende Objekt ihm vorgegeben wurde und er keine Wahl gehabt hätte, diesen "Auftrag" abzulehnen. Tage später war er tot.

 

Die Schwester sieht den Unfalltod in direkter Verbindung mit diesem letzten Graffiti! Sie weiß, dass es ein einigen Sprayer-Gangs als chic galt, gerade sogenannte "Spukhäuser" zu verzieren, aber ZN wollte Derartiges nicht. Dennoch war sie verwundert, dass er nach Beendigung seiner letzten Arbeit alles, was mit diesem mysteriösen Auftrag in Berührung kam, zerstört: sein Iphone, Laptop und auch seine Sprayer-Mappe war seitdem verschwunden. Und er hatte angstvoll angedeutet, dass einer Auftrag von ihm verlangt wurde. Er sollte dort sprayen, wo selbst die härtesten "Ghosthouse"-Sprayer sich nicht hintrauen: in den kleinen Grenzort Grafwegen. Der Grund hat auch einen Namen: CLUSTER!



Die Entstehung der CLEVIA AKTEN

 

Erstmals erwähnt wurden die CLEVIA AKTEN im frühen 19. Jahrhundert - zur Zeit, als auch die clevische Region noch unter französischer Herrschaft stand. Sie sind von der französischen Geheimpolizei für den hiesigen Raum angelegt worden.

Offiziell wurden nur Personen in diesen Akten geführt, die durch auffälliges Verhalten wie Irrsinn und Wahnvorstellungen nicht einfach getötet oder ins Gefängnis gesteckt werden konnten. Tatsächlich aber nutzte man diese Akten dazu, um auch Querdenker und politische Gegner der Franzosenherrschaft quasi mit ärztlichen Gutachten in staatliche Irrenanstalten verschwinden zu lassen. Um dieses Vorgehen besser kaschieren zu können, wurden auch Leute, die von unheimlichen Phänomenen und seltsamen Erlebnissen berichteten, gleich mit aus dem Verkehr gezogen. Mit dem Abzug der Franzosen aus dem Rheinland verschwand auch die umfangreich gewordene CLEVIA AKTEN Sammlung mit nach Frankreich.

Erst gegen 1918 tauchten sie wieder am Niederrhein auf. Ein Heimkehrer aus dem 1. Weltkrieg brachte sie aus der Kriegsgefangenschaft mit. Er war Arzt und Psychiater und hatte einem französischen Soldaten aus dem Städtchen La Ferté-Gaucher das Bein gerettet. Dieser schenkte ihm dafür diese Unterlage, die, wie er wusste, allesamt etwas mit der Herkunftsregion seines Retters zu tun hatten. Wie sie in den Besitz seiner Familie kamen, wusste der gerettete Soldat allerdings nicht mehr. Der Arzt stammte aus dem heutigen Bedburg-Hau.

1920, acht Jahre nach Einweihung der 8. Rheinischen Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Bedburg kommen die CLEVIA AKTEN hier dann unter Verschluss. Ärzte, Historiker und Männer der Kirche begannen sich mit diesen Akten zu befassen. Es wurden auch neue CLEVIA AKTEN angelegt, jetzt allerdings in Ordnern, die nur die CA-Kennzeichnung trugen. Seltsamerweise fehlten bei diesen offensichtlich abgeschlossenen Fällen die Namen von Gutachtern und behandelnden Ärzten.

Heute heißt diese Einrichtung HPH Heilpädagogisches Zentrum Bedburg-Hau und La Ferté-Gaucher ist die Partnerstadt der Gemeinde Bedburg-Hau.

Ende der 90er Jahre wurden diese CLEVIA AKTEN anonym Dr. Neckels zugespielt. Obwohl der Psychologe und Psychiater schon lange an dieser Einrichtung tätig war, hatte er noch nie zuvor von den CLEVIA AKTEN gehört. Schnell erkannte er Ähnlichkeiten zwischen früheren Fällen und aktuellen Symptomen und Diagnosen gegenwärtiger Patienten - und begann erste Fälle - mit Hilfe zweier Freunde - zu recherchieren. Nach und nach gelang es ihnen, diverse Fälle zu lösen, andere blieben mysteriös.

15 Jahre später sollte ein jüngeres Team diese Aufgabe übernehmen. Es war nicht einfach - aber letztlich fand man die richtigen Leute. Es waren ein Mediziner, ein Geistlicher und eine Anwältin, alle noch recht jung und am Anfang ihrer Laufbahnen. Zum eigenen Schutz sollte sie nicht unter ihren wahren Namen, sondern unter einem Pseudonym agieren. Ihre neuen Namen: Jamie Judge, Mud Medic und Buddy Bursar.